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Trinkwasserwerk vs. öffentliches Trinkwassernetz

Jung HauswasserwerkeTäglich braucht jeder Haushalt in Deutschland mehrere Liter Wasser. Sie werden zum einen zum Trinken und Kochen benötigt, zum anderen dienen sie aber auch dem Betrieb der WC-Spülung, Waschmaschine, der Durchführung von Haushalt und dem Abwasch. Wasser ist ein kostbares Gut und der ressourcenschonende Umgang ist wichtig. So brachte der Jahrhundertsommer 2018 die öffentliche Wasserversorgung in Deutschland zumindest in einigen Regionen ins Wanken. Um für die Haushalte weiterhin ausreichend Wasser bereitstellen zu können, wurde in einzelnen Regionen beispielsweise untersagt, das Trinkwasser für die Bewässerung des Gartens zu nutzen. Nachdem jahrelang selbstverständig auf das öffentliche Trinkwassernetz zurückgegriffen wurde, denken mittlerweile immer mehr Verbraucher darüber nach, in ein Trinkwasserwerk zu investieren. Doch lohnt sich der Kauf? Hat ein eigenes Trinkwasserwerk wirklich Vorteile, die sich beispielsweise auf der Kostenseite zeigen? Wir haben uns einmal genauer mit der Frage auseinandergesetzt und haben Vor- und Nachteile beider Varianten für Sie zusammengetragen.

Deutschland besitzt ein stabiles Trinkwassernetz

Trinkwasserwerk vs. öffentliches TrinkwassernetzIn Deutschland ist es eher die Ausnahme, dass ein Haushalt ein eigenes Trinkwasserwerk besitzt. Ausgenommen sind wenige Haushalte, die weit abseits von Orten und damit auch von dem nächsten öffentlichen Trinkwassernetz angesiedelt sind. So gibt es auch in der Bundesrepublik noch einige wenige Haushalte, denen von Seiten der öffentlichen Versorger der Anschluss an das Trinkwassernetz verwehrt wird und die dann auf ein eigenes Trinkwasser Hauswasserwerk angewiesen sind.

In Deutschland ist die Trinkwasserversorgung gut und unterliegt strengen gesetzlichen Anforderungen. So gibt es genaue Vorgaben, die von den Versorgern eingehalten werden müssen, damit die Haushalte tatsächlich auf bedenkenlos sauberes Wasser ausweichen können. Derzeit gibt es hierzulande rund 6000 öffentliche Trinkwasserversorger und ebenso viele Abwasserentsorger. Auf die kommunale Hand entfallen demnach etwa 90 Prozent der Wasserversorgung der Bundesrepublik. Bundesweit gibt es nur sehr wenige rein private Anbieter.

Von den über 6000 Trinkwasserversorgern werden hierzulande 1266 zu den größeren Betrieben gezählt, wobei davon rund 63 Prozent Eigenunternehmen sind. Sie können dabei sowohl öffentliches Eigentum sein als auch als sogenannte Mischbetriebe auftreten, wobei es sich gleichermaßen um kommunale und private Unternehmen handelt. Es gibt weiterhin Trinkwasserversorger, die auf regionaler Eben aus diversen Wasser- und Bodenverbänden hervorgegangen sind.

Wasserpreise in Deutschland: Die Zukunft ist ungewiss

Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es Trinkwasser in Deutschland nicht nur im Überfluss, es steht ebenso sehr günstig zur Verfügung. Sicherlich gibt es bundesweit erhebliche Preisunterschiede, doch Trinkwasser ist hierzulande bezahlbar. Wie lange das allerdings so sein wird, ist weitgehend unklar, denn ein Punkt sorgt auf Seiten der Verbraucher für wachsende Verunsicherung – die Privatisierung.

Wie bereits erwähnt, befindet sich ein Großteil der Wasserversorger hierzulande in kommunaler Hand, was es letzten Endes möglich macht, Trinkwasser zu einem wahren Schnäppchenpreis bereitzustellen. Doch auch in Deutschland wird überlegt, die Trinkwasserversorgung zu privatisieren und gerade das könnte letzten Endes die Wende in der Preispolitik bringen.

Es gibt bereits Länder wie Griechenland oder auch Frankreich, in denen Trinkwasserversorger als private Unternehmen strukturiert sind und auch in Deutschland ist dieser Gedanke nicht neu, ganz im Gegenteil. Es gibt in der Bundesrepublik erste Regionen, in denen die Trinkwasserversorgung in privater Hand ist. Leider haben sich hier aber die Befürchtungen der Verbraucher bestätigt und die Wasserpreise sind gestiegen. Zum Vorzeigebeispiel hierfür wurde Berlin.

Warum droht bei der Privatisierung der Preisanstieg?
Auf der einen Seite erhoffen sich viele durch eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung vor allem einen größeren Preiskampf zwischen den Anbietern. Während dies bei Strom und Gas noch funktioniert, geht diese Rechnung bei Trinkwasser weniger auf. Private Unternehmen sind immer auch dazu gezwungen Gewinne zu erwirtschaften. Dies ist bei den kommunalen Betrieben nicht der Fall. Hier ist es ausreichend, wenn die Unternehmen kostendeckend agieren, also keine Verluste einfahren. Sie müssen aber auch nicht unbedingt Gewinne verbuchen. Viele private Versorger können die niedrigen Preise der kommunalen Versorger überhaupt nicht halten.

Wissenswert: Die UNESCO hat den Zugang zu Trinkwasser übrigens als Menschenrecht akzeptiert und vertritt dieses auf internationaler Ebene.

Eigenes Trinkwasserwerk schafft Unabhängigkeit

Angesichts der guten Trinkwasserversorgung steht natürlich die Frage im Raum, warum sich Haushalte überhaupt mit dem Gedanken auseinandersetzen, ein eigenes Trinkwasserwerk zu kaufen. Trinkwasserwerke gibt es in großer Zahl auf dem Markt und die Systeme unterscheiden sich vorwiegend in Details, Leistung und Ausstattung voneinander. Es ist heute auch nicht schwer, für jeden Bedarf das richtige Trinkwasserwerk zu finden. Ein Trinkwasserwerk geht aber natürlich auch mit erheblichen Kosten einher. Nicht nur das Werk an sich muss hier in die Überlegungen einbezogen werden, sondern auch die Vorarbeiten, wie beispielsweise ein Brunnen, die hierfür erforderlich sind. Trotzdem steigt das Interesse an der Eigenversorgung rasant an. Aber warum eigentlich? Die Antwort ist einfach: Ein eigenes Trinkwasserwerk bedeutet vor allem Unabhängigkeit. Im Grunde kann es Ihnen vollkommen egal sein, ob Ihr Wasserversorger privatisiert wird, ob die Preise aufgrund anderer Faktoren steigen oder ob Wartungsarbeiten die Wasserversorgung mal wieder lahm legen. Mit einem Trinkwasserwerk fördern Sie aus Ihrem eigenen Brunnen Ihr eigenes Trinkwasser. Abgesehen von den Energiekosten, die durch das Trinkwasserwerk anfallen, haben Sie keine monatlichen Kosten. Sie müssen für das geförderte Trinkwasser immerhin keinen Cent bezahlen.

Bedenken Sie aber auch: Trinkwasser, das Sie selbst fördern, wird nicht permanent kontrolliert. Es ist also durchaus möglich, dass Sie Keime und Bakterien, die durch ganz unterschiedliche Aspekte ins Brunnenwasser gelangen können, nicht bemerken. Beim öffentlichen Trinkwassernetz werden regelmäßig Proben entnommen. Zeigt sich hier eine Gefährdung durch Keime, wird das schnell erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Für was kann Brunnenwasser alles genutzt werden?

Haben Sie bereits einen Brunnen, wäre es natürlich ärgerlich, wenn Sie die Ressourcen darin nicht nutzen würden. Immerhin ist Wasser teuer. Brunnenwasser, das Sie mit einem Trinkwasserwerk fördern, können Sie nicht nur zum Zubereiten Ihres Kaffees oder zum Kochen verwenden. Eine gute Möglichkeit, um Wasserkosten zu sparen, ist die Verwendung des Brunnenwassers für die Toilette, Waschmaschine oder selbst für die Dusche. Außerdem können Sie damit bedenkenlos Ihre Pflanzen bewässern.

Möchten Sie es als Trinkwasser nutzen, sollten Sie die Wasserqualität kontrollieren lassen. Hier sind Labore, die sich mit Wasserqualität und Zusammensetzung auseinandersetzen, der richtige Ansprechpartner.

TIPP: Wenn Sie einen Brunnen wirklich als Trinkwasserbrunnen nutzen möchten, kommen Sie um einen Experten nicht herum. Solche Brunnen müssen immer von Spezialfirmen gebohrt werden.

Beim Bau eines Kleinbrunnens auf privatem Grund müssen ganz unterschiedliche Faktoren bedacht werden:

  1. Planen Sie den Trinkwasserbrunnen immer gemeinsam mit einer Fachfirma. Sicherlich gibt es mittlerweile Systeme, die für den Brunnenbau in Eigenregie zur Hand genommen werden können. Wirklich empfehlenswert sind diese aber nicht. Bei einem Trinkwasserbrunnen muss eine konzessionierte Fachfirma die Planung übernehmen. Sie bietet Ihnen aufgrund der Gewährleistung auch die gewünschte Sicherheit.
  2. Beim Brunnenbau spielt nicht nur die Tiefe eine Rolle. Wichtig ist hier auch, wie der Untergrund beschaffen ist. Der Untergrund hat zum einen Einfluss auf die Bohrungen, die für den Brunnen erforderlich sind und zum anderen auf die Wasserqualität. Gesteine, die im Boden sind, können die Wasserzusammensetzung durchaus beeinflussen.
  3. Sie müssen, wenn Sie sich einen Trinkwasserbrunnen bohren lassen, schon vorher abschätzen können, wie viel Wasser Sie brauchen. Das ist für die Planung des Brunnens enorm wichtig.
  4. Für die Förderung von Trinkwasser mit einem Trinkwasserwerk ist entscheidend, wie tief der Grundwasserleiter sitzt. Hier können Ihnen Experten Aufschluss geben. Sie ermitteln letztlich auch, wie tief ein Brunnen wirklich gebohrt werden muss.

Es gibt ganz unterschiedliche Brunnen, die für die Trinkwasserförderung infrage kommen:

Variante Hinweise
Schachtbrunnen Der Schachtbrunnen gilt als Klassiker im Brunnenbau. Er wird als Fertigteilschachtbrunnen mit einer Tiefe von bis zu 6 m angeboten.
Schlagbrunnen Schlagbrunnen haben sich als Lösung für die Trinkwasserversorgung bewährt, wenn das Grundwasser hier nicht tiefer als 7 Meter liegt.
Sodbrunnen Die Sodbrunnen basieren auf einem recht komplexen System. Hier kommt eine Süßwasserzisterne zum Einsatz.
Bohrbrunnen Mit einem Profi an der Hand lassen sich die Bohrbrunnen sehr schnell herstellen. Die Bohrbrunnen können Wasser aus sehr tiefen Schichten fördern.

Wann rechnet sich ein eigener Brunnen mit Trinkwasserwerk?

Zunächst einmal möchten wir darauf verweisen, dass Sie natürlich immer ein Recht darauf haben, an die örtliche Trinkwasserversorgung angeschlossen zu werden. Möchten Sie unabhängig und dauerhaft flexibel sein, lohnt es sich aber durchaus in den eigenen Brunnen zu investieren. Viele Haushalte stellen dann natürlich die Frage, wann sich ein eigener Brunnen rechnet. Zunächst einmal muss betont werden, dass sich die Investitionskosten auf mehrere tausend Euro belaufen, vor allem dann, wenn der Brunnen von Grund auf hergestellt werden muss. Die genauen Kosten werden dann von Faktoren wie Brunnenart, Tiefe und Zeitaufwand beeinflusst. Weiterhin spielt natürlich das Trinkwasserwerk eine Rolle, für das Sie sich entscheiden. Auch hier müssen viele individuelle Aspekte bedacht werden.

Doch auch wenn die Investitionskosten hoch sind, kann sich ein eigener Brunnen schon nach etwa 2 Jahren amortisiert haben. Hier spielt es aber auch ganz einfach eine Rolle, wie teuer die Trinkwasserversorgung in Ihrer Region ist.

Vor- und Nachteile eines Trinkwasserwerks

  • Herkunft des Trinkwassers ist bekannt
  • Verbrauchskosten können stark gesenkt werden
  • amortisiert sich schon nach wenigen Jahren
  • absolut flexibel
  • unabhängig von lokalen Preissteigerungen und Privatisierungen
  • Investitionskosten zu Beginn hoch
  • Fachfirma erforderlich

Fazit: Trinkwasserwerk lohnt sich fast immer

Keiner von uns weiß oder kann abschätzen, was die Zukunft bringt. Gerade die Entwicklung des Wassermarkts gilt als extrem ungewiss, denn die Privatisierung ist auch in Deutschland, wenn auch vorwiegend nur auf regionaler Ebene, weiterhin ein Thema. Mit einem eigenen Trinkwasserwerk sind Sie von Dritten unabhängig. Sie können Ihr Trinkwasser im Grunde „kostenfrei“ nutzen und Sie wissen woher es kommt. Insbesondere wenn Sie einen größeren Wasserbedarf haben, zahlt es sich schnell aus, sein Trinkwasser selbst zu fördern.

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